Donnerstag, 4. Dezember 2008

Hinter der Mauer

Schon oft bin ich auf meinem Spaziergang in die nahe Stadt an dieser Mauer vorbei gekommen. Und immer habe ich mir dabei gewünscht, sehen zu können, was sich dahinter verbirgt. Ich wusste nur, dass es ein seit Jahren leerstehendes, ehemaliges Kapzinerkloster ist.



Vor kurzem nun hat sich das Tor für eine Woche geöffnet.




Und so sieht es also dahinter an einem wunderschönen Novembernachmittag aus:



Das besonders schöne Erkerzimmer war wohl dem Abt vorbehalten. Ueber die ganze Länge der nach Süden ausgerichteten Front zieht sich ein Spalier:



Bis heute ranken sich Heckenrosen und Passionsblumen daran hoch, ungeachtet dessen, dass das Haus nicht mehr bewohnt ist:


Blick in den Garten durch zwei Fenster hindurch:

Das Fenster des Geräteschuppens hat farbige Scheiben:

Blick aus der Küche in den Garten:

Kaum zu glauben, dass das Licht im November so warm sein kann.

* * *

Und so ungefähr muss es früher ausgesehen haben:



* * *

Heute ist das Tor wieder geschlossen.
Wenn es das nächste Mal aufgeht, werde ich wieder dort sein ...

* * *


Nachtrag zu den Fragen in Euren Kommentaren:

Das Kapuzinerkloster Solothurn steht seit fünf Jahren leer. Die letzten Ordensbrüder sind damals in ein anderes Kapuzinerkloster umgezogen. Das Land und das Gebäude gehören dem Kanton Solothurn. Vor ein paar Jahren gab es eine Idee zur Umnutzung (Denkklause). Sie hätte allerdings zur Folge gehabt, dass ein Teil des Gartens mit Kuben überbaut worden wäre - die Idee wurde nicht realisiert.

Anlass für die Oeffnung war eine Weihnachtsausstellung. Sechs Personen hatten sich zusammengetan und boten dort ihre Werke zum Kauf an: der Chuchilade, Künstler und Künstlerinnen und eine Floristin. Im Innern das Hauses habe ich keine Photos gemacht - es waren einfach viel zu viele Leute da. Die Ausstellung ist auf jeden Fall einen Besuch wert, schon nur der Räumlichkeiten wegen. Das Refektorium ist gänzlich mit Holz ausgekleidet, an die langen Tische mit den einfachen Holzstühlen konnte man sich hinsetzen und bei Glühwein, Kaffee, Nüssen und Mandarinen eine Pause machen und sich vorstellen, wie es gewesen sein muss, als das Haus von einer Gemeinschaft belebt wurde.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Irgendwie kommt mir das so bekannt vor! Mich haben die Klöster in Solothurn immer fasziniert. Ich denke doch es ist Solothurn?
Ich durfte vor Jahren als Krankenschwester berufshalber in zwei belebte Klöster reinschauen. Es war faszinierend für einen Moment in eine völlig andere Welt zu kommen. Alleine die Gebäude strahlen schon eine ruhige aus die durch die Ordensschwestern noch verstärkt wird.
Sollte das Kloster das nächste mal offen sein, könntest du mir den Hinweis dazu geben, ich würde gerne wieder einmal einen Heimatausflug machen.

Ganz liebe Grüsse aus dem Aargau

Rita
www.myblog.de/wollstube

Cecie hat gesagt…

puuuuh, ist ja ein verbrechen, dass so ein wunderschöner ort nicht bewohnt wird - zumal zumindest von aussen alles so aussieht, als wäre es durchaus in schuss und bewohnbar. weisst du was über die hintergründe?

danke für die schönen bilder... hat ein bisschen was vom dornröschenschloss, findest du nicht?

viele grüsse, Cecie

Anonym hat gesagt…

Oh, wenn ich das gewusst hätte. . . Das hat mir auch immer interessiert! Wo ist das ausgeschrieben? Ich habe keine Zeitung. Wenn es irgendwie geht, komme ich nächstes Mal auch, aber ich müsste wissen wann es offen ist.Eine nun verstorbene alte Freundin hat früher in eines der Klostern Handarbeiten, ich glaube, es waren Nastücher, abgegeben zum umnähen.Und soviel ich auch Tücher abgegeben um eine Spitze annähen zu lassen. Aber das war wohl in ein anderes Kloster. . . Es hat , glaube ich, eine lange Name. Dort , wo die Schwestern waren. (Aecht etwas wie Namen Jesu oder so ähnlich?)

Hm, meine Unwissenheit. ;o/

Liebe Grüsse Hanne.

Wollich hat gesagt…

Liebe Regina,
ich genieße deine fotografischen Ausflüge immer sehr. Du kannst so wunderbar die Atmosphäre / Energie des Ortes vermitteln. Ich nehme mir dann vor, wenn ich die Gelegenheit habe, das nachzuvollziehen. Werde ich auch. Bis dahin ist es so, wie wenn ich in einem guten Buch lese: fast, als wäre ich da gewesen. Eine Pause im Alltag und hier besonders friedvoll, viellieben Dank,
Dagmar

antje hat gesagt…

woo in Solothurn liegt denn das Kloster? (komme eh' in nexter Mal wieder da hin - auf dem Weg nach Oberdorf..)

Regina hat gesagt…

@Antje: Das Kloster befindet sich sinnigerweise an der Kapuzinerstrasse ...:-)) - mehr dazu in einer Mail an Dich.

antje hat gesagt…

Hallo Regine,
ja, sag' doch Bescheid, ich fahre in Solothurn viel zu oft einfach durch.

Danke für die Blumen - hast du den Rock gemeint?!

Regina hat gesagt…

@antje: ja, ich hab den Rock gemeint ... beim falschen Beitrag kommentiert, gell ...:-))