Montag, 28. Juli 2014

My Journey to the Hebrides III

Das Beste habe ich für den Schluss aufgespart. Barra ist die kleinste bewohnte, südlichste und von allen mir am meisten ans Herz gewachsene der Western Isles. Ein Grund dafür ist ihre Überschaubarkeit - die Strasse rundherum misst 14 Meilen ... aber es gibt schon noch ein paar andere Gründe:


Hier möchte ich bei meiner nächsten Anreise - denn die gibt es nun doch ganz bestimmt - ankommen:


Der erste Anblick täuscht - ein ganz gewöhnliches Flughafengebäude. Beim zweiten staunt man nur noch - et voila - die Landebahn:





Barra hat den einzigen, von den Gezeiten bestimmten Flughafen auf der nördlichen Hemisphäre. Es gibt nur noch einen auf Fraser Island in Australien. Die Flugzeuge (das Flugzeug ....) landet auf dem Strand Traigh Mhòr (grosser Strand). Das heisst, man kann im Flugzeug schon mal die Schuhe ausziehen und barfuss zum winzig kleinen Gebäude gehen. Und so sieht das von oben aus. Die Flugzeuge (Linienflüge von Glasgow) sind kleine Hüpfer, Twin Otter, und damit das Flugzeug auch wirklich abheben kann, hats grad mal Platz für 19 Nasen. Für Flüge in den Sommermonaten empfiehlt sich frühzeitiges Buchen. Die Flüge sind auch bei den Einheimischen sehr beliebt, denn die Reise mit der CalMac-Fähre dauert allein bis Oban fünf Stunden und nach Glasgow dann nochmal gute zwei ...
Ich habe mir sagen lassen, dass sich auch die Piloten oft drum reissen, wer die Hüpfer nach Barra fliegen darf ....
Und wer noch nicht genug Strand hat - hinter dem Flughafengebäude gehts gute fünf Minuten über Marschland und schon ist man am nächsten Strand. Und Strand auf den äusseren Hebriden heisst "gross, weiss, feinsandig, manchmal mit Kühen bestückt".




Der Strand von Halaman ist der einzige auf den äusseren Hebriden, in dessen Nähe es ein Hotel gibt. Wir haben dort drei Nächte verbracht - ich kann es SEHR empfehlen: Barra Beach Hotel. Natürlich sieht es etwas futuristisch aus, aber schliesslich muss das Gebäude den heftigen Stürmen im Winter standhalten, um für den nächsten Sommer wieder möglichst unbeschadet bereit zu sein. Da sind Schnörkel und grosse Fensterflächen nur suboptimal ....


Nachfolgend nun noch ein paar Bilder von der Ostküste der Insel:

Wolken können doch auch ganz nett sein! Sie gehören einfach dazu, und wenn immer noch ein Stücklein Blau ausgeschnitten bleibt, heisst das, sie werden sich bald wieder verziehen und man kann den Regenschirm getrost in der Tasche lassen.

Überall weht Wäsche im Wind - ich hätte sie gerne etwas grösser fotografiert ...


Blackface Schafe bevölkern die Insel immer noch - und auch wenn sie so friedlich daliegen, gehören sie doch zum ganz dunklen Kapitel der schottischen Geschichte - Highland Clearances

Natürlich hats auch an der Ostküste Meer


Das Dorf der Insel von Vatersay aus  - Castlebay mit dem besten Restaurant weit und breit
Der gute Ruf des kleinen Kisimul Cafe hats bis weit aufs Festland geschafft. Jeder Besuch auf der Insel Barra sollte mindestens auch ein Mahl in diesem kleinen Restaurant beinhalten. Die Cream of Barra Crab Soup ist unübertrefflich und ein weiterer Grund für eine nächste Reise.
Und so siehts aus, wenn man die Insel mit der Fähre verlässt. Die Fahrt nach Oban dauert fünf Stunden, mit etwas Glück begleitet von Delphinen und ist auch ohne wunderschön.


Abschliessen möchte ich mit meinem liebsten Bild. Je länger ich es anschaue, desto mehr gefällt es mir.
Ich komme wieder. 



Links:
Link für Wanderfreudige 
Meine zwei liebsten schottischen Lieder (und Sänger): Now Westlin Winds und The Road to Drumleman
Dick Gaughan und the late Tony Cuffe

Sonntag, 20. Juli 2014

My Journey to the Hebrides II

Die Herring Girls spielten im 19. und 20. Jahrhundert eine wichtige Rolle im Leben der meisten Familien auf Stornoway. Für wenig Geld haben sie während langen Stunden anstrengendste Arbeit gemacht und mitgeholfen, die Existenz der Familie zu sichern. Im Hafen stehen ihnen zum Gedenken zwei Bronzefiguren:

Herring Girl North Beach Quay

Herring Girl South Quay Beach Stornoway

Kleiner Hafen in Stornoway ...

... und einer der Bewohner, der auf sein Abendessen (Fischabfälle) wartet


 Ferry leaving Leverborough, sie bringt uns nach North Uist ...
... via Eriskay nach Barra.

Hier die ultimative Lese-Empfehlung für alle Schottland-Reisenden: der (vergriffene) DuMont-Kunst-Reiseführer von Peter Sager über Geschichte und Literatur, Architektur und Landschaft. Es gibt nichts Besseres als Vor- und Nachbereitung für eine Schottland-Reise. Antiquarisch ist er immer noch zu haben. "Dieses Buch hat fatale Folgen: man möchte umgehend in Tweedkleidung ein Ticket nach Schottland lösen ....".

Donnerstag, 10. Juli 2014

My Journey to the Hebrides I *

Wo soll ich nur anfangen? Vielleicht mit dem Himmel, der sich auf dieser Reise so unerwartet oft von seiner blausten Seite zeigte:

Rooftops Mainstreet Castlebay, Isle of Barra

Das Regenzeug habe ich höchste selten gebraucht, ab und zu mal auf dem Festland, aber auf den Inseln nie.
Nachfolgend ein paar Eindrücke von dieser für mich sehr bewegenden Reise an den Rand Europas.


Glen Ord Distillery
Natürlich gehörte zur Reise auch der Besuch einer Whisky-Brennerei. Obwohl ich Whisky nicht mag, war es doch interessant, etwas über den Prozess der Herstellung zu erfahren. Hinter diesen Mauern lagern Tausende von Eichenfässern für 12 und mehr Jahre. bevor sie in den Verkauf gelangen.

Loch Glascarnoch, Ross-Cromarty
Unterwegs nach Ullapool an einem der wenigen, eher bewölkten Tage - dafür gibts typisch schottische Stimmungsbilder ...

Leaving Ullapool

Arriving in Stornoway

Die dreistündige Ueberfahrt mit der Fähre der Caledonian MacBrayne haben uns zahlreiche springende Delphine und Minkwale begleitet. Gemäss der Tea-Shop-Lady auf dem Schiff ist das ein täglich sich wiederholendes Schauspiel, für mich aber ganz einmalig.

Auf der Insel Lewis und Harris (geografisch eine Insel, sprachlich zwei weil Harris bis weit ins 20. Jahrhundert durch ein unwegsames Gebirge von Lewis getrennt war und der Austausch vorwiegend auf dem Wasserweg geschah) haben wir drei Tage verbracht. Nachfolgend einfach ein paar Bilder, die die herbe und für mich überwältigende Schönheit der Inseln nur beschränkt wiedergeben:

Butt of Lewis - das "oberste" Ende der Insel


Es klart auf ... bei Europie an der Westküste von Lewis




Loch Seaforth, Grenze zwischen Lewis und Harris


Die unvergleichlichen Sandstrände von Südharris:


Seilebost - the Caribbean Dream

Strand bei Borve, am Horizont die unbewohnte Insel Taransay


und das kleine Pünktchen auf dem Hügelchen rechts oben heisst the Temple und war mal ein Kirchlein mit Ausguck:


Hinter dem nächsten Hügel ... Amerika ...
... links oben nochmals Taransay
Fortsetzung folgt ...

Lesetipp:
*James Boswell, Samuel Johnson "A Journey to the Western Isles of Scotland and the Journal of a Tour to the Hebrides" 1775, Link zum Wikipedia-Eintrag

Freitag, 13. Juni 2014

Tioradh!

Ich geh mal wieder auf Reisen:


Und schon ist klar, wohin die Reise führt, gell ...


Das ist eines meiner liebsten Bilder von dort. Der Photograph Paul Strand hat es in den frühen 50er Jahren für seinen Bildband "Tir a Mhurain" (Land der Gräser) auf der Insel South Uist gemacht.


Ich war schon mal dort, vor 28 Jahren. Damals wünschte ich mir, nochmals zurückzukehren und von Insel zu Insel wandern zu können. In einer Woche ist es soweit. Manche Träume brauchen eben etwas länger bis zur Verwirklichung.


Dort wo die rosa Farbe ist, dort gehts hin.
Ich freue mich. 



Freitag, 23. Mai 2014

Aller guten Dinge sind vier

Nach der Palatina ist vor der Palatina: Dagmar hatte wieder so tolle Farben in ihrem Laden, dass nun bereits die vierte Palatina angestrickt ist. Dieses Tuch eignet sie sich bestens als Reiseprojekt und da mein nächster Urlaub in Sichtweite ist ... et voila:

4 x 30 g Peruseda Goa II, N Nr. 3,5

Freitag, 2. Mai 2014

Blaues

Ich habe wieder mal bei einem Tausch mitgemacht. Meine zugeloste Partnerin wünschte sich etwas Blaues - es sollte möglichst ein Wegwarte-Blau sein. Die erste Idee: Whisper-Amedysli von Françoise Davis . Mit dem Ergebnis war ich nicht so zufrieden. Sie werden flach gestrickt (!) und dadurch entsteht auf der Seite natürlich eine mehr oder weniger hässliche Naht. Das zweite Teil habe ich dann rund gestrickt - das geht bestens und sieht viel schöner aus. Das einfache aber sehr effektvolle Muster fürs Börtli gefällt mir gut, das liesse sich bestimmt bestens auch als Sockenmuster verwenden.


35 g Lana Grossa Cool Wool Baby und ein Rest Schulana Kid Seta, N Nr. 3



Da ich aber lange nicht sicher war, ob ich die Mitts mit der hässlichen Naht wirklich versenden will, ist dann noch ein Paar Fishtail-Amedysli (Ravelry-Link) aber diesmal ohne Daumen entstanden:


40 g Lana Grossa Cool Wool Merino, N Nr. 3

Und hier das Päckchen, das heute in meinem Briefkasten lag: