Sonntag, 30. August 2009

In diesen Tagen ...

... geschieht es wieder, das was Kurt Tucholsky in seinem Text auf so wunderschöne Art beschreibt: der Würfel kippt und der Sommer geht in den Herbst über. Gestern habe ich zum ersten Mal Spinnfäden in der Luft schweben sehen. Und wie jedes Jahr krame ich den Text hervor und lese ihn erneut:

" ... Wenn der Sommer vorbei ist und die Ernte in die Scheuern gebracht ist, wenn sich die Natur niederlegt, wie ein ganz altes Pferd, das sich im Stall hinlegt, so müde ist es - wenn der späte Nachsommer im Verklingen ist und der frühe Herbst noch nicht angefangen hat -: dann ist die fünfte Jahreszeit.
Nun ruht es. Die Natur hält den Atem an; an andern Tagen atmet sie unmerklich aus leise wogender Brust. Nun ist alles vorüber: geboren ist, gereift ist, gewachsen ist, gelaicht ist, geerntet ist - nun ist es vorüber. Nun sind da noch die Blätter und die Gräser und die Sträucher, aber im Augenblick dient das zu gar nichts; wenn überhaupt in der Natur ein Zweck verborgen ist: im Augenblick steht das Räderwerk still. Es ruht.
Mücken spielen im schwarz-goldenen Licht, im Licht sind wirklich schwarze Töne, tiefes Altgold liegt unter den Buchen, Pflaumenblau auf den Höhen ... kein Blatt bewegt sich, es ist ganz still. Blank sind die Farben, der See liegt wie gemalt, es ist ganz still. Boot, das flußab gleitet, Aufgespartes wird dahingegeben - es ruht.
So vier, so acht Tage –
Und dann geht etwas vor.
Eines Morgens riechst du den Herbst. Es ist noch nicht kalt; es ist nicht windig; es hat sich eigentlich gar nichts geändert - und doch alles. Es geht wie ein Knack durch die Luft - es ist etwas geschehen; so lange hat sich der Kubus noch gehalten, er hat geschwankt..., na ... na ..., und nun ist er auf die andere Seite gefallen. Noch ist alles wie gestern: Die Blätter, die Bäume, die Sträucher ... aber nun ist alles anders. Das Licht ist hell, Spinnenfäden schwimmen durch die Luft, alles hat sich einen Ruck gegeben, dahin der Zauber, der Bann ist gebrochen - nun geht es in einen klaren Herbst. Wie viele hast du? Dies ist einer davon. Das Wunder hat vielleicht vier Tage gedauert oder fünf, und du hast gewünscht, es solle nie, nie aufhören. Es ist die Zeit, in der ältere Herren sehr sentimental werden – es ist nicht der Johannistrieb, es ist etwas andres. Es ist: optimistische Todesahnung, eine fröhliche Erkenntnis des Endes. Spätsommer, Frühherbst und das, was zwischen ihnen beiden liegt. Eine ganz kurze Spanne Zeit im Jahre.

Es ist die fünfte und schönste Jahreszeit."


Kurt Tucholsky alias Kaspar Hauser, Die Weltbühne, 22.10.29 (Auszug).




Samstag, 15. August 2009

Palatina Tuch

Dieses Tuch hat eine richtig gehende Metamorphose durchgemacht. Angeschlagen und die ersten paar Zentimeter gestrickt war schnell (Januar 08), aber dann zog sich die Arbeit über Monate hin. Zeitweise hatte ich den Eindruck, dass es überhaupt nicht vorwärts geht. Und nun, endlich fertig gestellt, gehört es innert kürzester Zeit zu meinen absoluten Lieblingstüchern. Die Farben gefallen mir unerwartet gut, und obwohl sie für mich sehr ungewohnt sind, passen sie zu erstaunlich Vielem aus meinem Kleiderschrank. Das Muster gefällt mir je länger je mehr (2 R re, 2 R li), das werde ich sicher wieder verwenden. Es ist wie so oft ein ganz einfach und doch so effektvoll. Aber die allergrösste Qualität liegt wohl in der Schmiegsamkeit des Materials. Das Tuch fühlt sich an wie eine zweite Haut, das heisst man spürt es kaum und doch wärmt es genau richtig. Also wieder einmal ein grosses Lob an die Wollerey. Ich bin übrigens nicht die einzige, die so schwärmt - hier gibts noch jemanden.









Palatina Tuch aus 90 g Peruba, 205 x 110 cm
N Nr. 4,5

Curry Zucchetti süss-sauer


Die Zubereitung zieht sich über drei bis vier Tage hin, ist aber trotzdem keine Hexerei, da die einzelnen Arbeitsgänge nur ein paar Minuten in Anspruch nehmen. Die Mengenangaben sind ungefähr, wichtig ist, dass genügend Flüssigkeit zum Auffüllen der Gläser vorhanden ist, d.h. eher mehr als weniger verwenden.

1. Tag:
2 kg Zucchetti (geschält oder ungeschält, je nach Zustand) klein würfeln, mit 1/2 Tasse Salz und 1 Tasse Zwiebelringen mischen, in einem grossen Gefäss zugedeckt stehen lassen - das Salz zieht ziemlich viel Wasser ab.

2. Tag:
Ausgetretene Flüssigkeit abgiessen, Zucchetti kalt abspülen.

2 Tassen Weinessig
2 Tassen Wasser
2 Tassen Zucker
3 TL Curry
1 TL Pfefferkörner

aufkochen, heiss über die Zucchetti giessen, zugedeckt stehen lassen.

3. Tag: Flüssigkeit ohne Zuccehtti aufkochen, wieder heiss übergiessen und stehen lassen.

4. Tag: alles zusammen ca 10 Minuten aufkochen, heiss in gut verschliessbare (Schraub-) Gläser abfüllen.

Curry-Zucchetti sind eine sehr beliebte und leckere Raclette-Beilage, machen sich aber auch sehr gut zu Gegrilltem.

Gläser im Dunkeln aufbewahren, gut haltbar ca 6 - 12 Monate, d.h. bis zur nächsten Zucchettischwemme ....

Mittwoch, 12. August 2009

12 von 12 / 12 of 12 August

Der heutige Tag ist mein letzter Ferien- und Hausfrauentag .... / Today is my last day off ...

7:17 am: Kaffee muss sein. Meine "Kaffeemaschine" ist diejenige meiner Grossmutter: ein Melitta-Filter aus Porzellan. Benötigt wenig Platz, wenig Strom und macht das Kaffeebrauen zu einem sinnlichen Erlebnis. / Coffee is a "must", still brewing it in the way my grandmother used to do it, with a porcelaine filter and inhaling the lovely smell.


7:35 am : Mein liebstes Geschirr: Blue Calico von Burleigh. ... my most favourite dinnerware

8:44 am: Waschtag / washing day


9:06am: Blauweisse Wäsche, blauweisser Himmel.
blue and white coloured laundry and sky

1o:52 am: Die alljährliche Zucchettischwemme verarbeitet. Süsssaure Curryzucchetti sind eine wunderbare Raclettebeilage und tragen etwas sommerliche Wärme in kalte Wintertage. Converted some huge courgettes into sweet and sour curry bits. Makes a lovely side dish with raclette and carries summer warmth into cold winter days.



2.05 pm: Hosenbein des älteren Sohns vor der mütterlichen Bearbeitung. Trouser leg before motherly treatment.

3:08 pm: Vorsorge: nicht jeder Tag wird so schön sein wie heute. Schirme gekauft. Precaution: not every day will be as sunny as this 12th. Got new umbrellas.


3:47 pm: Teatime

Sommerblumen aus dem Garten geholt.
4:23 Summer flowers from my garden.

5:17 am: Warten auf den Bus, der mich zum Bahnhof fährt ...Waiting for the bus that'll take me into town ...

5:24 pm: local bus

6:44 pm: Dort noch ein wenig Sommer für den kommenden Herbst bestellt.

... where I got my summer to last way into autumn.

See more 12 of 12ers on Chad Darnells Site or here.


P.S.: Wer noch nicht weiss, was "12 von 12" eigentlich ist: Am 12. des Monats nimmt man seinen Fotoapparat und macht ganz viele Fotos. Abends nimmt man die zwölf Bilder, die einem am besten gefallen und stellt sie in sein Blog. Macht auf jeden Fall Spaß!

Restenverwertung

Aus einem Rest Sockenwolle noch ein anderes Muster für Bébéfinkli ausprobiert:



30 g Lana Grossa Meilenweit Cotton
N Nr. 2,5
für die Vorratskiste


Donnerstag, 6. August 2009

Blaufärberei

Blick aus der Hängematte am blauen Sonnenschirm vorbei in den blauen Himmel:

Sommertag in Yvonand Plage

Samstag, 1. August 2009

Babysöckchen

Anlass für diese Söckchenproduktion ist natürlich die Geburt eines Babys in meinem weiteren Bekanntenkreis. Der kleine Mael David wird damit willkommen geheissen.







aus Resten von Lana Grossa Meilenweit Cotton