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Sonntag, 14. Februar 2016

Es ist wieder so weit

Es ist wieder so weit - die drei scheenschte Dääg sind da:

 
Mehr zur Basler Fasnacht hier, einen lesenswerten Artikel über das Phänomen der Basler Fasnacht gabs im gestrigen Zürcher Tagesanzeiger.
 

Mittwoch, 8. Februar 2012

Ein besonderer Tag

Heute ist ein besonderer Tag.

Nach mehr als zwanzig Jahren beim selben Arbeitgeber habe ich heute meinen letzten Arbeitstag gehabt. In diesen zwanzig Jahren sind meine beiden heute fast erwachsenen Kinder zur Welt gekommen, ist mein Mann gestorben und zwischen Geburt und Tod hat sich vielfältig und reich das Leben abgespielt. Lange ging ich davon aus, dass ich bis zu meiner Pensionierung dort bleiben werde.

Aber, Wilhelm Busch hat Recht: "Und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt."

Was lange als Schreckgespenst über mir hing, entpuppt sich nun als etwas Beflügelndes. Es ist so befreiend, alle Schubladen auszuräumen, grosszügig angesammeltes Papier und anderes Zeug zu entsorgen und dabei zu denken: so viel sammle ich NIE MEHR an; Altes abzuschliessen, zurück zu schauen und fast täglich loszulassen, alles und jeden. Und zu merken, wie sich ganz langsam meine Sichtweise ändert, wie die Dinge aus der Rückschau ein anderes Gesicht, ein anderes Gewicht und eine andere Färbung erhalten und wie sich trotz all dem Schweren, das diesem Schritt voraus ging, eine grosse Versöhnung breit macht.

Am 1. März werde ich eine neue berufliche Herausforderung beginnen. Bis dahin werde ich ein bisschen faulenzen, stricken und vielleicht sogar nähen, Tee trinken, Freunde besuchen, Fenster putzen, ins Theater und Kino gehen und den Frühling erwarten. 

Das ist doch ein guter Moment, um eines meiner schönsten Bilder des vergangenen Jahres zu zeigen:


Hier, in der südlichen Ecke von Wales, habe ich wunderschöne Tage verbracht und eine Gegend entdeckt, der meine Rückkehr gewiss ist. Pembrokeshire, Nähe St. Davids.

Dienstag, 30. August 2011

Es ist wieder soweit

Obwohl es ja in den letzten Wochen hier sehr heiss war, sind ein Paar Auftragssocken entstanden. Verwendet habe ich viele verschiedene blaue Resten und einmal mehr das Ringwood Muster. Ich weiss nicht, wie es kommt, dass das eine Bild nun kleiner erscheint ... die Technik überrascht mich immer wieder.
(Edit: ein paar Tage später habe ich dann doch noch herausgefunden, wie man die Bildgrösse bestimmen kann ....)



Ansonsten habe ich nach wie vor viele (= vier) verschiedene Projekte auf den Nadeln, zum Teil auch schon leicht angegraut vor Alter, so dass ich wohl nächstens die Mittwochs-Strategie wieder einführen muss, wenn ich auf einen grünen Zweig kommen will.

Die schöne heisse zweite August-Hälfte habe ich sehr genossen und nun, in diesen Tagen war es wieder soweit: meine liebste, die fünfte Jahreszeit hat stattgefunden und kündet den Herbst an.




Die fünfte Jahreszeit

(…) Wenn der Sommer vorbei ist und die Ernte in die Scheuern gebracht ist, wenn sich die Natur niederlegt, wie ein ganz altes Pferd, das sich im Stall hinlegt, so müde ist es - wenn der späte Nachsommer im Verklingen ist und der frühe Herbst noch nicht angefangen hat -: dann ist die fünfte Jahreszeit.

Nun ruht es. Die Natur hält den Atem an; an andern Tagen atmet sie unmerklich aus leise wogender Brust. Nun ist alles vorüber: geboren ist, gereift ist, gewachsen ist, gelaicht ist, geerntet ist - nun ist es vorüber. Nun sind da noch die Blätter und die Gräser und die Sträucher, aber im Augenblick dient das zu gar nichts; wenn überhaupt in der Natur ein Zweck verborgen ist: im Augenblick steht das Räderwerk still. Es ruht.

Mücken spielen im schwarz-goldenen Licht, im Licht sind wirklich schwarze Töne, tiefes Altgold liegt unter den Buchen, Pflaumenblau auf den Höhen ... kein Blatt bewegt sich, es ist ganz still. Blank sind die Farben, der See liegt wie gemalt, es ist ganz still. Boot, das flußab gleitet, Aufgespartes wird dahingegeben - es ruht.
So vier, so acht Tage –
Und dann geht etwas vor.

Eines Morgens riechst du den Herbst. Es ist noch nicht kalt; es ist nicht windig; es hat sich eigentlich gar nichts geändert - und doch alles. Es geht wie ein Knack durch die Luft - es ist etwas geschehen; so lange hat sich der Kubus noch gehalten, er hat geschwankt..., na ... na ..., und nun ist er auf die andere Seite gefallen. Noch ist alles wie gestern: Die Blätter, die Bäume, die Sträucher ... aber nun ist alles anders. Das Licht ist hell, Spinnenfäden schwimmen durch die Luft, alles hat sich einen Ruck gegeben, dahin der Zauber, der Bann ist gebrochen - nun geht es in einen klaren Herbst. Wie viele hast du? Dies ist einer davon. Das Wunder hat vielleicht vier Tage gedauert oder fünf, und du hast gewünscht, es solle nie, nie aufhören. Es ist die Zeit, in der ältere Herren sehr sentimental werden – es ist nicht der Johannistrieb, es ist etwas andres. Es ist: optimistische Todesahnung, eine fröhliche Erkenntnis des Endes. Spätsommer, Frühherbst und das, was zwischen ihnen beiden liegt. Eine ganz kurze Spanne Zeit im Jahre.


Es ist die fünfte und schönste Jahreszeit.


Kurt Tucholsky, Die fünfte Jahreszeit (Auszug)
Erschienen unter dem Pseudonym "Kaspar Hauser" in der Weltbühne am 22.10.1929


Samstag, 2. April 2011

Nachruf

Zum Frühlingsanfang ist eine liebe Freundin von mir gestorben. Am Trauergottesdienst haben wir erfahren, dass sie sich jeweils während der Bestrahlung die Zeit gemessen hatte, in dem sie dieses Lied für sich sang. Mir vorzustellen wie sie sich dabei fühlte, macht mich fast noch trauriger als die Tatsache, dass sie nun endgültig gegangen ist.

Nachruf

Du liebe, treue Laute,
Wie manche Sommernacht,
Bis dass der Morgen graute,
Hab' ich mit dir durchwacht!


Die Täler, wieder nachten,
Schon sinkt das Abendrot,
Doch die sonst mit uns wachten,
Die liegen lange tot.


Was wollen wir nun singen
Hier in der Einsamkeit,
Wenn alle von uns gingen,
Die unser Lied erfreut'?


Wir wollen dennoch singen!
So still ist's auf der Welt;
Wer weiss, die Lieder dringen
Vielleicht zum Sternezelt.


Wer weiss, die da gestorben,
Sie hören droben mich
Und öffnen leis' die Pforten
Und nehmen uns zu sich.

Joseph Freiherr von Eichendorff (1788 – 1857)

Mittwoch, 16. Februar 2011

Elexier

Manchmal, wenn es nicht ganz so geht, wie ich es mir wünschen würde, lese ich diese Worte von Rilke:

"... und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein."

Rainer Maria Rilka an den jungen Dichter Franz Xaver Kappus am 16.07.1903



Lavandin bei Cratoule im April 08

Freitag, 31. Dezember 2010

Ein Blick zurück

Das vergangene Jahr hat mir viel abverlangt und ich bin froh, dass es zu Ende geht. Natürlich ist damit die Hoffnung verbunden, dass das neue Jahr ein leichteres sein wird und viel Erfreuliches für mich bereit hält.

Wie bereits früher habe ich mich bei meinem Blick zurück auf das vergangene Jahr durch diese Fragen leiten lassen:

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
4 über alles, streckenweise 3.

2. Zugenommen oder abgenommen?
Ab.

3. Haare länger oder kürzer?
Immer ungefähr gleich.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Ich trage immer noch dieselbe Brille, aber müsste sie längstens mal anpassen lassen.

5. Mehr Kohle oder weniger?
Gleich und fast noch wichtiger: genügend.

6. Besseren Job oder schlechteren?
Die Situation an meinem Arbeitsplatz hat sich für mich verschlechtert.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Eher weniger, allerdings nicht was Wollkäufe anbelangt ….

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Materiell nein.

9. Mehr bewegt oder weniger?
Gleich wenig oder gleich viel.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Eine happige Bronchitis.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
Eben diese.

12. Der hirnrissigste Plan?
Eine Bettdecke häkeln (Zeithorizont: Eintritt ins Altersheim).

13. Die gefährlichste Unternehmung?
Gefahr hat einen ganz kleinen Platz in meinem Leben oder anders gesagt, ich richte mir mein Leben so ein, dass da wenig Platz ist für Gefährliches. Es ist für mich nicht erstrebenswert, im Gegenteil, ich habs gerne klar, sicher und gemütlich.

14. Die teuerste Anschaffung?
Mein GA.

15. Das leckerste Essen?
Ein Fisch in einem Restaurant direkt am Meer.

16. Das beeindruckendste Buch?
Es sind zwei, das erste zum ersten Mal, das zweite zum zweiten Mal gelesen:

a)"Melnitz" von Charles Lewinsky. Der Autor beschreibt die fiktive Geschichte der jüdischen Familie Meijer vor dem Hintergrund der geschichtlichen Ereignisse in der Schweiz über eine Zeitspanne von 1871 - 1945. Sehr empfehlenswerte Lektüre, die sich über mehr als 770 Seiten hinzieht.

b)"Angelas Ashes" von Frank McCourt, eindrückliche und ausserordentlich schön geschriebene Geschichte einer üblen irisch-katholischen Kindheit (Autobiografie). Absolut empfehlenswert in der Originalsprache.

17. Der ergreifendste Film?
"Miss Potter" über das Leben der Kinderbuchautorin Beatrix Potter.

18. Die beste CD?
Best of Jean Ferrat mit so wunderbaren Chansons wie "La Montagne" oder "Que serais-je sans toi".

19. Das schönste Konzert?
Leonard Cohen in Basel.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Mir selbst – oh wunder.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Das bleibt geheim.

22. Zum ersten Mal getan?
Mich von meinem Kind getrennt, weil es dort lebt wo es seine Ausbildung macht.

23. Nach langer Zeit wieder getan?
Eine Häkelarbeit in Angriff genommen.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Abschiede und Brüche in langjährigen Freundschaften.

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
---

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ich vermute mal, es ist dieses hier.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Zwei Briefe und deren Inhalt.

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Offenbar gab es keinen, der sich mir bis heute eingeprägt hat.

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Siehe 28.

30. Dein Wort des Jahres?
Gläserner Himmel.

31. Dein Unwort des Jahres?
Bruch (Ab-, Auf-, Durch-).

32. Dein Lieblingsspruch des Jahres?
"There is a crack in everything, that's where the light gets in."
Leonard Cohen

(Alles hat eine brüchige Stelle, dort tritt das Licht ein.)

33. Dein Lieblingsblogs / Website des Jahres?

http://www.ravelry.com/

Knit two, purl two

Tichiro

Immer wieder was Leckeres gibts hier

34. Zum Vergleich: Verlinke Dein Stöckchen mit demjenigen vom Vorjahr: bitte sehr.

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Frohes Fest


Noch einmal ein Weihnachstfest

Noch einmal ein Weihnachstfest,
Immer kleiner wird der Rest,
Aber nehm' ich so die Summe,
Alles Grade, alles Krumme,
Alles Falsche, alles Rechte,
Alles Gute, alles Schlechte -
Rechnet sich aus all dem Braus
Doch ein richtig Leben raus.
Und dies können ist das Beste
Wohl bei diesem Weihnachtsfeste.

Theodor Fontane




Auch bei mir hats noch für ein paar Weihnachtsguetzli gereicht. Fast noch besser als Essen ist der Duft, der dann jeweils durch die ganze Wohnung zieht! I managed to bake a few cookies just in time. Even better than eating them is the lovely smell filling the whole flat after baking.

Ein frohes und friedliches Fest wünsch ich Euch allen herzlich.
A peaceful and merry Christmas to you all.

Sonntag, 21. März 2010

Endlich, endlich:




Du öffnest das Fenster.
Alle Frühlinge kommen
herein mit diesem.


Hilde Domin 1909 - 2006

Mittwoch, 13. Januar 2010

Winterpalme


Schlussstück

Der Tod ist gross
Wir sind die Seinen,
Lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen
Wagt er zu weinen
Mitten in uns.


Rainer Maria Rilke 1875 - 1926

* * *


Auch Palmen müssen sich dem Diktat des Winters beugen.

No 12 of 12 this month - check out the others here.

Sonntag, 3. Januar 2010

Noch ein Blick zurück

Ein Blick zurück auf das vergangene Jahr, wieder mit den Fragen, die ich ursprünglich bei Susan gefunden habe:

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
7

2. Zugenommen oder abgenommen?
Weder noch

3. Haare länger oder kürzer?
Kürzer

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Meine Sicht hat sich leider verschlechtert, das Rezept für eine neue Brille liegt bereit.

5. Mehr Kohle oder weniger?
Mehr

6. Besseren Job oder schlechteren?
Gleich gut mit viel Bewegungen und mehrheitlich positiven Veränderungen.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr, immer noch situationsbedingte Steuern.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Nein, nichts.

9. Mehr bewegt oder weniger?
Gleich wenig/viel wie letztes Jahr.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Eine.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
Eben diese, vor allem weil sie sich bequemte, während meiner Ferien am Meer aufzutreten.
Ich wäre da lieber am Strand rum gelegen als im Bett.

12. Der hirnrissigste Plan?
Englischunterricht zu besuchen obwohl ich die Sprache leidlich gut spreche. Es macht unerwartet viel Spass.

13. Die gefährlichste Unternehmung?
Auch für dieses Jahr gültig: none, everything under control.

14. Die teuerste Anschaffung?
Der Grabstein.

15. Das leckerste Essen?
Vermutlich hier – so genau weiss ich das nun nicht mehr.

16. Das beeindruckendste Buch?
„Pride and Prejudice“ von Jane Austen, 1813 (und die BBC-Verfilmung mit Colin Firth und Jennifer Ehle …)

17. Der ergreifendste Film?
Es sind mindestens zwei:
"Das Leben der Andern" von Florian Henkel von Donnersmark, 2006, mit Sebastian Koch, Ulrich Mühe und Martina Gedeck
"Rambling Boy" von Reto Caduff über den Bassisten Charlie Haden

18. Die beste CD?
Auch zwei:
Charlie Haden "Rambling Boy“
Randy Newman "Harps and Angels“

19. Das schönste Konzert?
Porgy and Bess / George Gershwin

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Arbeiten und Schlafen und beides sehr gerne.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Wandernd mit einer Freundin.

22. Zum ersten Mal getan?
Ein Medium aufgesucht.

23. Nach langer Zeit wieder getan?
Zwei Wochen am Meer verbracht.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Auf die Abgänge langjähriger Teamkolleginnen.

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Nein, auch in diesem Jahr nichts – ist einfach nicht mein Ding.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ein Theaterbesuch.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Die Einladung zu einem Konzert.

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Wir drei haben es doch eigentlich gut zusammen.

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
... keiner der mir in den Sinn kommen will ...

30. Dein Wort des Jahres?
Driftwood - Treibholz

31. Dein Unwort des Jahres?
Es ist ein ganzer Satz: Die Angst des kleinen Mannes vor dem bösen Fremden.

32. Dein Lieblingsspruch des Jahres?
“Ich werdend sage ich Du“. Martin Buber

33. Zum Vergleich: Verlinke Dein Stöckchen mit demjenigen vom Vorjahr: bitte sehr.

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Zum Jahresausklang

Dezember

Im neuen Jahr
grüsse ich
meine nahen und
die fremden Freunde

grüsse die
geliebten Toten

grüsse alle
Einsamen

grüsse die Künstler
die mit
Worten Bildern Tönen
mich beglücken

grüsse die
verschollenen Engel

grüsse mich selber
mit dem Zuruf
Mut

Rose Ausländer 1901 - 1988


In diesem Sinn wünsche ich Euch allen ein gutes und glückbehaftetes neues Jahr!

Freitag, 25. September 2009

Südwärts


 
 
Meer

Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren

und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen

Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen
nur Meer

Nur Meer


Erich Fried 1922 - 1988



PS: Da geh ich jetzt hin für zwei Wochen. Ja, ein wenig Wolle hats auch im Gepäck ...

Montag, 12. Januar 2009

Du bist ein Schatten mir am Tage

13.01.08




Du bist ein Schatten am Tage,
Und in der Nacht ein Licht;
Du lebst in meiner Klage,
Und stirbst im Herzen nicht.


Wo ich mein Zelt aufschlage,
Da wohnst du bei mir dicht;
Du bist mein Schatten am Tage,
Und in der Nacht mein Licht.


Wo ich auch nach dir frage,
Find' ich von dir Bericht,
Du lebst in meiner Klage,
Und stirbst im Herzen nicht.


Du bist ein Schatten am Tage,
Doch in der Nacht ein Licht;
Du lebst in meiner Klage,
Und stirbst im Herzen nicht.

Friedrich Rückert 1788 - 1866

Donnerstag, 1. Januar 2009

Doch noch ein Blick zurück

Bei Susan ein Stöckchen aufgelesen und als sinnvolle Silvester-Beschäftigung befunden:

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
6

2. Zugenommen oder abgenommen?
Zugenommen.

3. Haare länger oder kürzer?
Kürzer

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
keine Veränderung

5. Mehr Kohle oder weniger?
Mehr

6. Besseren Job oder schlechteren?
Gleich gut, ich habe meinen Beschäftigungsgrad reduzieren können.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr, vor allem situationsbedingte Steuern.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Nein, nichts.

9. Mehr bewegt oder weniger?
Gleich wenig/viel wie letztes Jahr.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Keine.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
---

12. Der hirnrissigste Plan?
Eine Woche Campen in den Sommerferien.

13. Die gefährlichste Unternehmung?
None, everything under control.

14. Die teuerste Anschaffung?

Zwei: ein neues rotes Sofa und das GA.

15. Das leckerste Essen?
Lamm-Tajine
chez Marit à Cratoule.

16. Das beeindruckendste Buch?
Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg.

17. Der ergreifendste Film?
Le rayon vert von Eric Rohmer.

18. Die beste CD?
Dick Gaughan: A Handful of Earth.

19. Das schönste Konzert?
Ein selbst gesungenes.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Arbeiten und Schlafen.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Mit mir selbst in der Provence.

22. Zum ersten Mal getan?
Campiert mit allem drum und dran.

23. Nach langer Zeit wieder getan?
Eine Woche an einem See verbracht, mit täglichem Bad.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Auf den Tod von D.

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
---

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Dass ich bei seinem Tod bei ihm war.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Die tiefe Versöhnung vorher.

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Was auch immer geschieht, wir haben es gut gemacht.

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ich bin bei Dir.

30. Dein Wort des Jahres?
Trauerjahr.

31. Dein Unwort des Jahres?
KliB.

32. Dein Lieblingsspruch des Jahres?
Sweet Thames run softly till I end my song.
Emund Spenser

33. Dein Lieblingsblog des Jahres?
Viele Blogs lese ich regelmässig und sehr gerne. Im vergangenen Jahr haben mich vor allem die folgenden begleitet:

Ellen

Knit two purl two

and a no-knitting-one:

St. Kilda --- und hier rauscht das Meer ins Zimmer (Lautsprecher einstellen)

34. Zum Vergleich: Verlinke Dein Stöckchen vor vorigen Jahr!
Dieses Jahr ist Premiere. Deshalb nur ein Link zum
ersten Eintrag diesen Jahres.

Freitag, 5. September 2008

September


September has come, it is hers
Whose vitality leaps in the autumn,
Whose nature prefers
Trees without leaves and a fire in the fireplace.
So I gave her this month and the next
Though the whole of my year should be hers
who has rendered already
So many of its days intolerable or perplexed
But so many more so happy.
Who has left a scent on my life, and left my walls
Dancing over and over with her shadow
Whose hair is twined in all my waterfalls
And all of London littered with remembered kisses.

Louis MacNeice 1907 - 1963
Autumn Journal