Mittwoch, 18. Februar 2009

Wolle auf Schnee

Es gibt zwar noch (fast) nichts Fertiges zu zeigen, aber heute hat die Sonne so schön auf den mit Schnee bedeckten Balkontisch geschienen, dass ich beschloss, den Istzustand meiner Strickarbeiten abzulichten.

Bereits eine geraume Weile stricke ich am Stonington Shawl von Elizabeth Zimmermann. Die Wolle-Alpaca-Mischung von Marianne Isager ist ein Traum und fühlt sich an wie Seide, Butter und Gold zusammen. Je mehr das Tuch wächst, desto mehr umhüllt es mich mit seiner Wärme auch während des Strickens. Die fertigen Seiten sind nun 115 cm lang und das im ungespannten Zustand. Die Bordüre nimmt ziemlich viel Zeit in Anspruch. Je länger je mehr bin ich überzeugt davon, dass das Stricken von anspruchsvollen Mustern ein ausnehmend gutes und effizientes Gedächtnistraining bedeutet. Zu Beginn muss ich jeweils praktisch jede Zeile abdecken und separat nachschauen und nach ein paar Mal (ja ok, ca 15 Mal bei diesem hier mit dem Namen "Rafael Stinsons Lace Border") kann ich es nun auswendig. Und das Ende ist in Sichtweite: nur noch 1 1/3 Seite mit der Bordüre trennen mich davon.








Es gibt natürlich gute Gründe, wieso der Stonington Shawl noch nicht fertig ist - mindestens zwei sind vorzeigbar:




Zwischenzeitlich ist eine zweite Mütze für den zweiten Sohn entstanden: Caramel Cable nach einer Anleitung von Strickmasche. Die nächste ist bereits vorbestellt und wird etwas länger gewünscht.

Samstag, 31. Januar 2009

Winterkönige


Vor langer Zeit, als meine Kinder noch klein waren, habe ich den König Winter aus diesem Buch angefertigt. Er löste jeweils die Krippenfiguren ab und schwingt in langen Wintern sein Zepter. Sogar mein fast 17jähriger Sohn findet ihn "obercool".

Für ihn (meinen Sohn) habe ich auf seinen Wunsch eine Mütze angefertigt. Sie sollte wie eine Rastakappe aussehen und seinen wilden Haarbusch einpacken, ohne ihn allzusehr zu platt zu drücken:

Eigenentwurf,
je 50 g Lana Grossa Qui, N Nr. 4 und 4,5


Vielen Dank dass ich das Bild hier reinstellen darf - getragen sieht die Mütze doch ganz anders aus als flachliegend ....

Montag, 12. Januar 2009

Du bist ein Schatten mir am Tage

13.01.08




Du bist ein Schatten am Tage,
Und in der Nacht ein Licht;
Du lebst in meiner Klage,
Und stirbst im Herzen nicht.


Wo ich mein Zelt aufschlage,
Da wohnst du bei mir dicht;
Du bist mein Schatten am Tage,
Und in der Nacht mein Licht.


Wo ich auch nach dir frage,
Find' ich von dir Bericht,
Du lebst in meiner Klage,
Und stirbst im Herzen nicht.


Du bist ein Schatten am Tage,
Doch in der Nacht ein Licht;
Du lebst in meiner Klage,
Und stirbst im Herzen nicht.

Friedrich Rückert 1788 - 1866

Donnerstag, 1. Januar 2009

Doch noch ein Blick zurück

Bei Susan ein Stöckchen aufgelesen und als sinnvolle Silvester-Beschäftigung befunden:

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
6

2. Zugenommen oder abgenommen?
Zugenommen.

3. Haare länger oder kürzer?
Kürzer

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
keine Veränderung

5. Mehr Kohle oder weniger?
Mehr

6. Besseren Job oder schlechteren?
Gleich gut, ich habe meinen Beschäftigungsgrad reduzieren können.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr, vor allem situationsbedingte Steuern.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Nein, nichts.

9. Mehr bewegt oder weniger?
Gleich wenig/viel wie letztes Jahr.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Keine.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
---

12. Der hirnrissigste Plan?
Eine Woche Campen in den Sommerferien.

13. Die gefährlichste Unternehmung?
None, everything under control.

14. Die teuerste Anschaffung?

Zwei: ein neues rotes Sofa und das GA.

15. Das leckerste Essen?
Lamm-Tajine
chez Marit à Cratoule.

16. Das beeindruckendste Buch?
Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg.

17. Der ergreifendste Film?
Le rayon vert von Eric Rohmer.

18. Die beste CD?
Dick Gaughan: A Handful of Earth.

19. Das schönste Konzert?
Ein selbst gesungenes.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Arbeiten und Schlafen.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Mit mir selbst in der Provence.

22. Zum ersten Mal getan?
Campiert mit allem drum und dran.

23. Nach langer Zeit wieder getan?
Eine Woche an einem See verbracht, mit täglichem Bad.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Auf den Tod von D.

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
---

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Dass ich bei seinem Tod bei ihm war.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Die tiefe Versöhnung vorher.

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Was auch immer geschieht, wir haben es gut gemacht.

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ich bin bei Dir.

30. Dein Wort des Jahres?
Trauerjahr.

31. Dein Unwort des Jahres?
KliB.

32. Dein Lieblingsspruch des Jahres?
Sweet Thames run softly till I end my song.
Emund Spenser

33. Dein Lieblingsblog des Jahres?
Viele Blogs lese ich regelmässig und sehr gerne. Im vergangenen Jahr haben mich vor allem die folgenden begleitet:

Ellen

Knit two purl two

and a no-knitting-one:

St. Kilda --- und hier rauscht das Meer ins Zimmer (Lautsprecher einstellen)

34. Zum Vergleich: Verlinke Dein Stöckchen vor vorigen Jahr!
Dieses Jahr ist Premiere. Deshalb nur ein Link zum
ersten Eintrag diesen Jahres.

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Ein Päckchen

Ein Päckchen aus Deutschland mit Peruseda für ein Palatinatuch, von Dagmar wieder liebevoll verpackt. Das Tuch wird in der Josefinen-Technik gestrickt (ich wusste bis jetzt auch nicht, wie die geht ...) d.h. die Aufnahmen werden nur auf einer Seite des Tuchs gemacht. Das Kontrastgarn ist für die Umrandung gedacht. Für dieses Tuch lasse ich mir Zeit - die Längsseite soll 1m80 messen, und das mit Nadelstärke 3,5 .....


Bei der Wollerey gibst auch sehr hübsche Maschenmarkierer:

* * *

Das wird vermutlich mein letzter Eintrag in diesem Jahr sein. Ich wünsche Euch für das neue Jahr alles Gute, Helles und Dunkles und die Spannung, die dadurch ins Leben kommt, viel Farbiges dazu:



* * *

Amedysli - Mittli - Stulpen

Pulswärmer ... Mittli ... Amedysli ... Stulpen sind immer wieder bewährte Geschenke und angenehme Art von Restenverwertung. Ein Winter ohne sie ist nicht auszudenken.

Lana Grossa Merino und Tahiti







Drops Alpaca und Filatura die Crosa Pixel
Auf Wunsch von Susanne hier das "Rezept" für die türkisfarbenen Amedysli:
Anschlag zwischen 36 und 40 M mit Nadel Nr. 3 oder 3 1/2.
Alles gerippt rechts stricken, schöne Randmaschen machen (z.B. letzte Masche li abheben, 1. Masche rechts stricken).
Ich mache KEINE Zu- oder Abnahmen, das Rippenmuster ist sehr elastisch und wächst mit den Körpermassen mit. Deshalb mache ich die Amedysli relativ eng anliegend, sie geben dann sowieso an Weite nach.
Mit einem zweiten Garn beliebig Streifen einstricken.
Wenn die gewünschte Länge erreicht ist, kette ich wie folgt ab: immer eine Masche mit einem Anschlag zusammenstricken und zugleich locker abketten. Ohne den Faden abzuschneiden, die so entstehende Oeffnung des Rohrs zuerst mit einer Runde fester Maschen umhäkeln, danach noch eine Runde Krebsgang. Zweite Oeffnung dito. Fertig.




Lana Grossa Meilenweit und Kidsilk Haze

Dienstag, 30. Dezember 2008

News aus dem Strickkorb

Seit einiger Zeit auf den Nadeln befindet sich das Nantucket Jacket. Schon länger bin ich aber hin- und hergerissen zwischen ribbeln und fertig stellen mit der Option, dass das eine zweite sehr langsam Jacke geben wird. Zudem bin ich nicht ganz sicher, ob ich die Jacke wunderschön zum Anschauen finde, aber selbst kaum tragen würde ... Jedes mal wenn ich mir aber das Originalbild anschaue, zögere ich das Ribbeln noch ein wenig hinaus .... Am Material liegts aber nicht, das wäre wunderbar zu verstricken.



Nantucket Jacket by Norah Gaughan
Lana Grossa Cool Wool Merino Superfein
N Nr 5


Etwas klarer präsentiert sich die Lage hier:




Stonington Shawl by Elizabeth Zimmermann

Isager Alpaca 2 (je 50 % Alpaca und Wolle)
N Nr. 5

Ausgehend von drei Maschen wird das ganze Tuch in einem Stück gestrickt - es gibt keine Nähte zum Zusammennähen und entsprechend elastisch wird es. Ribbeln ist hier keine Frage - und im Gegensatz zum Nantucket ist das Stricken hier äusserst erholsam.