Mittwoch, 8. Oktober 2008

Markttag in Bagnol sur Cèze

Südliche Märkte sind ein Fest für Augen und Nase:














Die meisten Bilder sprechen für sich selbst und es gibt nichts beizufügen. Mit einer Ausnahme: strickmässig waren auf dem Markt praktisch nur Gruselschocker wie diese hier aufzutreiben:


Kragen mit Ärmel, also echt - wer trägt sowas? Und derPullover daneben ... hm.

Noch mehr Lace

Zwischendurch oder nebenbei ist dieses Tuch entstanden und bereits verschenkt:

Kidsilk Haze, 70g, Farbe Dewberry,
Nadel Nr. 5, 90 x 180 cm


Endlich. Endlich. Endlich.

Endlich - die langsame Jacke ist fertig. So umständlich das Stricken war, so gestaltet sich auch die Präsentation - ich habe kein einziges gutes Bild von ihr. Das war ein echtes Stück Arbeit und ich war oft nah daran, das gute Teil in der Versenkung verschwinden zu lassen. Die Blenden sind angestrickt, den Kragen habe ich mühselig mit offenen Maschen angenäht. Das war dann wohl eine einmalige Angelegenheit. Mit dem Ergebnis bin ich aber trotzdem sehr zufrieden. Die Jacke passt und trägt sich sehr angenehm.


450 g Lana Grossa Linarte, Farbe Nr. 004
Nadel Nr. 5

Freitag, 5. September 2008

September


September has come, it is hers
Whose vitality leaps in the autumn,
Whose nature prefers
Trees without leaves and a fire in the fireplace.
So I gave her this month and the next
Though the whole of my year should be hers
who has rendered already
So many of its days intolerable or perplexed
But so many more so happy.
Who has left a scent on my life, and left my walls
Dancing over and over with her shadow
Whose hair is twined in all my waterfalls
And all of London littered with remembered kisses.

Louis MacNeice 1907 - 1963
Autumn Journal

Montag, 1. September 2008

Bremsklötze

... oder warum die langsame Jacke noch immer nicht fertig ist.

Bremsklotz Nr. 1: Ein schnelles Geburtstagsgeschenk musste her: Pulswärmer aus Restenwolle. Das Hebemaschen-Muster ist "Striche" aus Marianne Isagers "Stricken à la carte".


Mittli für K. aus Rowan Yorkshire Tweed 4ply und Lana Grossa Meilenweit "Stile", N Nr. 3,5

Der zweite "Bremsklotz"ist von sehr luftiger Art und hängt bereits eine geraume Weile an der Häkelnadel: Flourish von Kim Hargreaves. Die Perlentour benötigt mehr Zeit als das Häkeln der restlichen Reihen zusammen .... Der nächste Winter kommt bestimmt.


100 g Rowan Kidsilk Haze *Majestic*, Häkelnadel Nr. 9

Dieses Projekt wird nun aber doch warten müssen, bis die langsame Jacke beendet ist. Ich habe doch zwischendurch auch ab und zu daran gestrickt und bin nun *bereits* in der Mitte des ersten Ärmels angelangt. Aber wenn nicht noch ein wirklich warmes Altweibersömmerchen auf uns wartet, so wird sie definitiv erst im nächsten Sommer ausgeführt. Wie heisst es doch? "Gut Ding will Weile haben. "

Montag, 25. August 2008

Die fünfte Jahreszeit

Viele Texte lese ich einmal und damit hat es sich. Es gibt eine grosse Ausnahme. Er ist so unglaublich schön, dass ich ihn jedes Jahr erneut lesen muss, ungefähr um die gleiche Jahreszeit - nämlich jetzt:

" ... Wenn der Sommer vorbei ist und die Ernte in die Scheuern gebracht ist, wenn sich die Natur niederlegt, wie ein ganz altes Pferd, das sich im Stall hinlegt, so müde ist es - wenn der späte Nachsommer im Verklingen ist und der frühe Herbst noch nicht angefangen hat -: dann ist die fünfte Jahreszeit.
Nun ruht es. Die Natur hält den Atem an; an andern Tagen atmet sie unmerklich aus leise wogender Brust. Nun ist alles vorüber: geboren ist, gereift ist, gewachsen ist, gelaicht ist, geerntet ist - nun ist es vorüber. Nun sind da noch die Blätter und die Gräser und die Sträucher, aber im Augenblick dient das zu gar nichts; wenn überhaupt in der Natur ein Zweck verborgen ist: im Augenblick steht das Räderwerk still. Es ruht.
Mücken spielen im schwarz-goldenen Licht, im Licht sind wirklich schwarze Töne, tiefes Altgold liegt unter den Buchen, Pflaumenblau auf den Höhen ... kein Blatt bewegt sich, es ist ganz still. Blank sind die Farben, der See liegt wie gemalt, es ist ganz still. Boot, das flußab gleitet, Aufgespartes wird dahingegeben - es ruht.
So vier, so acht Tage –
Und dann geht etwas vor.
Eines Morgens riechst du den Herbst. Es ist noch nicht kalt; es ist nicht windig; es hat sich eigentlich gar nichts geändert - und doch alles. Es geht wie ein Knack durch die Luft - es ist etwas geschehen; so lange hat sich der Kubus noch gehalten, er hat geschwankt..., na ... na ..., und nun ist er auf die andere Seite gefallen. Noch ist alles wie gestern: Die Blätter, die Bäume, die Sträucher ... aber nun ist alles anders. Das Licht ist hell, Spinnenfäden schwimmen durch die Luft, alles hat sich einen Ruck gegeben, dahin der Zauber, der Bann ist gebrochen - nun geht es in einen klaren Herbst. Wie viele hast du? Dies ist einer davon. Das Wunder hat vielleicht vier Tage gedauert oder fünf, und du hast gewünscht, es solle nie, nie aufhören. Es ist die Zeit, in der ältere Herren sehr sentimental werden – es ist nicht der Johannistrieb, es ist etwas andres. Es ist: optimistische Todesahnung, eine fröhliche Erkenntnis des Endes. Spätsommer, Frühherbst und das, was zwischen ihnen beiden liegt. Eine ganz kurze Spanne Zeit im Jahre.

Es ist die fünfte und schönste Jahreszeit."


Kurt Tucholsky alias Kaspar Hauser, Die Weltbühne, 22.10.29 (Auszug).




Dienstag, 5. August 2008

Es ladet der See zum Bade

Seit kurzem nenne ich ein GA mein Eigen. Das bedeutet freie Fahrt: ich kann in der Schweiz so viel mit dem Zug, Bus, Tram und Schiff fahren wie ich will. Und natürlich ist das verlockend, wenn die Sonne an einem freien Tag so herrlich scheint. Der Entscheid ist schnell gefasst: heute gehts an den Lac Léman - in der Schweiz meine absolute Number One Region. Ziel ist ein kleiner Badeplatz mit direktem Bahnanschluss UND Schiffanlegesteg. Neben meinem Strickzeug (jaaaa, die langsame Jacke war auch mit dabei) habe ich auch eine kleine Kamera im Gepäck. Hier ein paar Impressionen von meinem kleinen Sommerausflug:


Das Wichtigste in die Tasche gepackt und ab in den Zug,




... der Neuenburgersee saust vorbei ...



... und schon bald breitet sich der unvergleichliche Lac Léman und das Lavaux vor mir aus. Mit meiner Begeisterung für diese wunderschöne Gegend befinde ich mich in guter Gesellschaft: Igor Strawinsky, Charles Chaplin, Audrey Hepburn, Clara Haskil und last but not least auch Kaiserin Sissi teilten sie ...


Das Ziel ist erreicht: ein winzig kleiner Badeplatz ... vom Perron sind es nur ein paar Schritte bis zum Ufer. Nach einem erfrischenden Bad im See besteige ich etwas später den Raddampfer Montreux , der mich zurück nach Lausanne bringen wird.











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