Heute ist ein besonderer Tag.
Nach mehr als zwanzig Jahren beim selben Arbeitgeber habe ich heute meinen letzten Arbeitstag gehabt. In diesen zwanzig Jahren sind meine beiden heute fast erwachsenen Kinder zur Welt gekommen, ist mein Mann gestorben und zwischen Geburt und Tod hat sich vielfältig und reich das Leben abgespielt. Lange ging ich davon aus, dass ich bis zu meiner Pensionierung dort bleiben werde.
Aber, Wilhelm Busch hat Recht: "Und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt."
Was lange als Schreckgespenst über mir hing, entpuppt sich nun als etwas Beflügelndes. Es ist so befreiend, alle Schubladen auszuräumen, grosszügig angesammeltes Papier und anderes Zeug zu entsorgen und dabei zu denken: so viel sammle ich NIE MEHR an; Altes abzuschliessen, zurück zu schauen und fast täglich loszulassen, alles und jeden. Und zu merken, wie sich ganz langsam meine Sichtweise ändert, wie die Dinge aus der Rückschau ein anderes Gesicht, ein anderes Gewicht und eine andere Färbung erhalten und wie sich trotz all dem Schweren, das diesem Schritt voraus ging, eine grosse Versöhnung breit macht.
Am 1. März werde ich eine neue berufliche Herausforderung beginnen. Bis dahin werde ich ein bisschen faulenzen, stricken und vielleicht sogar nähen, Tee trinken, Freunde besuchen, Fenster putzen, ins Theater und Kino gehen und den Frühling erwarten.
Das ist doch ein guter Moment, um eines meiner schönsten Bilder des vergangenen Jahres zu zeigen:
Hier, in der südlichen Ecke von Wales, habe ich wunderschöne Tage verbracht und eine Gegend entdeckt, der meine Rückkehr gewiss ist.
Pembrokeshire, Nähe
St. Davids.