Samstag, 19. März 2011

Alti Tante, Waggis & Co I

Die Basler Fasnacht ist ein alljährlich wiederkehrendes sinnliches Grossereignis, das ich wenn immer möglich besuche. So bin ich auch dieses Jahr eingetaucht in die Stadt, die sich für drei Tage in eine Welt verwandlet, die auf phantastische Weise von Farben, Musik und Rhythmus geprägt wird. Da ich nun diesmal meinen Fotoapparat dabei hatte, gibt es einen extrem bildlastigen Beitrag.

Zwei Wahrzeichen von Basel: das Münster und die Fähre. Die Überquerung des Rheins mit der Fähre ist das allerbeste Mittel zur Entschleunigung des Alltags. Ich löse oft drei anstatt nur eine Fahrt, weil mir das langsame Dahingleiten auf dem Wasser so gut gefällt.





Zur Basler Fasnacht gehören:

Mimosen

Räppli



Waggis - die Basler Fasnachtsfigur schlechthin









Ob tagsüber oder abends, an den drei scheenste Dääg sind Gugge oder Clique in der ganzen Stadt unterwegs. Hier kommt die Musik grad wie im Gedicht von Detlev von Liliencron daher:

... Und um die Ecke brausend bricht's
wie Tubaton des Weltgerichts,
voran der Schellenträger.
Brumbrum, das große Bombardon,
der Beckenschlag, das Helikon,
die Pikkolo, der Zinkenist,
die Türkentrommel, der Flötist,
und dann der Herre Hauptmann.
...







Gässle abends und tagsüber:










Der grosse Fasnachtsumzug heisst in Basel Cortège:





























Ganz am Ende, wenn alles vorbei ist, bleiben Räppli - überall.





Glossar

Die nächste Basler Fasnacht findet vom 27.02. - 29.02.2012 statt.

Alti Tante, Waggis & Co II

In vielen Schaufenstern finden sich die klassischen Figuren der Basler Fasnacht, die zum Teil auf die Figuren der Comedia dell'Arte zurückgehen:









Montag, 7. März 2011

Socken gehen immer

Zuerst die gute Neuigkeit vom Mittwochprojekt: die Mossstich-Jacke ist fertig - nur noch die Knöpfe warten darauf angenäht zu werden. Als Belohnung für die Fertigstellung des ersten "Langzeitwerks" habe ich ein paar Socken angestrickt. Jawoll, ein paar und nicht ein Paar. Genau genommen sinds drei Paare, aber so genau will mans ja gar nicht wissen ...

Das erste Paar ist bereits fertig, aus einem Rest Acapulco (meinem Alltime-Favourite-Sockengarn) und zugekauftem Grau - ganz gewöhnlich glatt rechts und ohne Schnickschnack, für die Geschenkkiste:






45 g Opal Acapulco, 35 g graue Noname-Sockenwolle, N Nr. 2,5,
Grösse 39 für die Geschenkkiste


Ravelry-Seite

Und hier noch ein Blick auf die anderen zwei Socken in Arbeit:

1 x Ringwood


und 1 x Monkey - wobei noch nicht ganz sicher ist, ob die Monkeys nicht dem Ribbelmonster zum Frass vorgeworfen werden - der Farbverlauf der Wolle frisst das Muster. Mehr demnächst in diesem Theater.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Elexier

Manchmal, wenn es nicht ganz so geht, wie ich es mir wünschen würde, lese ich diese Worte von Rilke:

"... und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein."

Rainer Maria Rilka an den jungen Dichter Franz Xaver Kappus am 16.07.1903



Lavandin bei Cratoule im April 08

Sonntag, 13. Februar 2011

12 von 12 / 12 of 12 Februar

Here's my 12 of 12 with many thanks to Chad Darnell who invented this project and has been hosting it for the last four years.

In diesem Monat fällt der 12. auf einen Samstag. Das mag ich, weil ich dann genügend Zeit und Musse habe, Bilder zu machen. This month 12th is a Saturday, that's nice because it leaves me a fair amount of time to make pictures.


10:04 am - Der Zehn-Uhr-Bus bringt mich in die Stadt zum samstäglichen Marktgang. Je nach Zeit trifft man bestimmte Leute, man kann sich also einrichten ... The Ten-o'clock-bus takes me into town to the weekly market. Depending on which bus you take, you meet someone or you can avoid meeting them ...:-))



10:30 am - In dieser beliebten Bäckerei kaufe ich oft den Sonntagszopf. Am Samstagmorgen ist sie immer gerappelt voll mit Kunden, nicht selten stehen sie bis in den Hauseingang ... Die Wartezeit dauert aber nie lange, die Verkäuferinnen sind sehr effizient und trotzdem freundlich.
I often buy our Sundaybread, a plaited loaf, in this bakery. I'm not the only one and so on Saturday mornings the bakery is usually packed with people. Still you never have to wait for a long time, the shop assistants are very efficient and nevertheless very friendly, too.

11:00 am - Zu meinem Samstagmorgen gehört ein Milchkaffe im Glas hier. Dazu die Zeitung, hier ein Artikel über die aktuelle Photo-Ausstellung "Stieglitz, Steichen, Strand" ... sehr schade, dass New York so abgelegen ist. Coffee here is a must, and reading the newspaper in peace takes me close to paradise. Reading an article on the current exhibition in the Metropolitan Museum, what a pity New York is so far away ...

11:45 am - Ein Fenster spiegelt sich im Fenster eines Secondhand-Buchladens. Leider ist der Laden fast nie geöffnet und gibt auch seine Oefffnungszeiten nicht bekannt. Er musste vor kurzem an eine weniger gute Geschäftslage umziehen ... wen wundert's. Schade, er führt ein grosses und gutes Angebot. A window reflecting in the window of a secondhand bookstore. Unfortuneately, the store opens rarely and doesn't announce any opening hours. No wonder it had to move to a less frequented area recently. Great pity though, once open you find tons of great books there.

11:55 am - Noch eine Spiegelung im Fenster einer Druckerei. Hier wird noch wie zu Gutenbergs Zeiten gedruckt.
Another reflection in the window of a printing company. The writing on the turqoise sign says: "Printing the way Gutenberg used to".


2:45 pm - Mein Sohn verbringt nur jedes zweite Wochenende zu Hause. Gewaschene Socken sind ein untrügliches Zeichen dafür. My younger son spends every other weekend at home. These socks are an unmistakable sign that he is home.

2:55 pm - Mein Gemüsegarten liegt noch ganz brach und das Wildbienenhotel ist noch nicht in Betrieb. My kitchen garden lies bleak and bare and the hotel for the wild bees is not yet in use.


3:15 pm - Genuss ist Wolle, Sonne und etwas freie Zeit. Pure bliss: wool, sun and a little bit of time to knit.



4:10 pm - Die letzten Überreste des Winters auf meinem Balkon. Wenn die Sonne so schön scheint, ist es Zeit, dem Frühling Platz zu machen. The last remains of autumn on my balcony. When the sun shines as lovely as she does today, it is time to make way for spring.


4:25 pm - Primeln künden ihn an mit ihrer wundervollen Form und Farbe. Ich kann ihnen nie wiederstehen. Primulas announcing spring with their lovely shape and colour. I can never resist and have to get a few.

6:30 pm - Die Tage werden wieder länger, nun ist es bereits gegen halb sieben noch so hell, das man Bilder ohne Blitz machen kann. Days grow longer and around half past six it is still bright enough to make pictures without a flashlight.

Das wars für heute, mehr 12 von 12 gibts hier zu sehen. That's it for today, see more 12 of 12ers here.