Mittwoch, 8. Februar 2012

Ein besonderer Tag

Heute ist ein besonderer Tag.

Nach mehr als zwanzig Jahren beim selben Arbeitgeber habe ich heute meinen letzten Arbeitstag gehabt. In diesen zwanzig Jahren sind meine beiden heute fast erwachsenen Kinder zur Welt gekommen, ist mein Mann gestorben und zwischen Geburt und Tod hat sich vielfältig und reich das Leben abgespielt. Lange ging ich davon aus, dass ich bis zu meiner Pensionierung dort bleiben werde.

Aber, Wilhelm Busch hat Recht: "Und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt."

Was lange als Schreckgespenst über mir hing, entpuppt sich nun als etwas Beflügelndes. Es ist so befreiend, alle Schubladen auszuräumen, grosszügig angesammeltes Papier und anderes Zeug zu entsorgen und dabei zu denken: so viel sammle ich NIE MEHR an; Altes abzuschliessen, zurück zu schauen und fast täglich loszulassen, alles und jeden. Und zu merken, wie sich ganz langsam meine Sichtweise ändert, wie die Dinge aus der Rückschau ein anderes Gesicht, ein anderes Gewicht und eine andere Färbung erhalten und wie sich trotz all dem Schweren, das diesem Schritt voraus ging, eine grosse Versöhnung breit macht.

Am 1. März werde ich eine neue berufliche Herausforderung beginnen. Bis dahin werde ich ein bisschen faulenzen, stricken und vielleicht sogar nähen, Tee trinken, Freunde besuchen, Fenster putzen, ins Theater und Kino gehen und den Frühling erwarten. 

Das ist doch ein guter Moment, um eines meiner schönsten Bilder des vergangenen Jahres zu zeigen:


Hier, in der südlichen Ecke von Wales, habe ich wunderschöne Tage verbracht und eine Gegend entdeckt, der meine Rückkehr gewiss ist. Pembrokeshire, Nähe St. Davids.

Samstag, 4. Februar 2012

Grautöne / Blick in den Strickkorb III

Genau zum richtigen Zeitpunkt wurde dieser weiche warme Halsschmeichler fertig. Draussen herrschen zur Zeit sibirische Temperaturen, da kommt diese Stück genau richtig. Die Bilder wirken auf den ersten Blick unscharf - es ist aber die besondere Struktur dieses Mohair / Wolle / Seidegemischs. Das Teil ist sehr elastisch, so dass ich vermutlich die Knopfborte noch abnähen werde - ich kann mir nicht vorstellen bei Minustemperaturen da noch lang rum zu nifeln bis ich alle die Knöpfe wieder in ihrem Loch habe. Apropos Knopfloch: es gibt keine, man verwendet einfach ein Loch des Musters dafür.





50 g Lana Grossa Baby Seta, N Nr. 5, Ravelry Seite, Muster von hier


Und ein weiterer Blick in den Strickkorb verrät, dass ich bereits wieder etwas Neues angefangen habe - aller meiner angefangenen Stücke zum Trotz: ein Langpullover oder eine Art Strickkleid. Und es geht erstaunlich schnell vorwärts - ich wusste gar nicht mehr, wie das ist wenn man mit 6mm-Nadeln strickt. Das Material (Gonfio) ist federleicht und lässt sich gut verarbeiten, die Anleitung ist aus dem Jubiläums Heft der Lana Grossa.


Samstag, 28. Januar 2012

Blick in den Strickkorb II

Dieser Winterpullover dümpelt schon seit September 2010 (!) vor sich hin. Nun steht er zu oberst auf der Liste der FZOs (fertigzustellende Objekte ...). Ich war da in den letzten Wochen ziemlich fleissig. Der Spass ist mir jedoch dabei schon länger abhanden gekommen. Dieses Teil wird ein echtes Fleisswerk werden. Und ich bin überhaupt nicht sicher, ob ich es jemals tragen werde, weil

a) zu warm
b) ungewohnte Farbe
c) ungeeignete Form.

Wieder mal eins dieser Teile, die im Anleitungsheft soooo gut aussehen ... Aber fertig machen werde ichs auf jeden Fall. Die Farbe ist fast nicht fotografierbar, sie ist in Realität dunkler und eignet sich auch nicht zum Stricken bei Kunstlicht. Kurz: von A - Z ein Pflichtwerk. Es fehlen nur noch je ein halber Ärmel. Ein Tragefoto gibts aber nur, wenn ich darin nicht aussehe wie eine schwangere Bergente :-).




ca 600 g Lang Yarns Merino 120 Superwash, N Nr. 3,5 aus diesem Heft, Ravelry-Seite

Wenn ich da so in meinen Strickkorb schaue, stehen noch ein paar Blogeinträge an ... 

Blick in den Einkaufskorb

Da konnte ich einfach nicht widerstehen, obwohl mein Vorrat an Papiertaschentüchern aufgrund meiner kürzlichen Erkältung noch sehr gross ist. Zum Glück gibts kein Verfalldatum.



Quelle: beim grossen M zur Zeit im Angebot ....

Donnerstag, 26. Januar 2012

Blick in den Strickkorb I

Ohne Pulswärmer / Amedysli / Mittli geht im Winter gar nichts.

Zweifarbige Rippen gefallen mir immer sehr gut. Den Rand habe ich zuerst aufwändig mit mehreren Touren umhäkelt, das erschlug dann aber die schlichten Rippen fast. Am Ende bewährt sich wieder mal ein Gang feste Maschen + Krebsgang als Abschluss, schlicht und doch effektvoll. Ein farblich passendes T-Shirt besitze ich bereits ....



Sockenwolle, N Nr. 3, CO 34 M

Mittwoch, 25. Januar 2012

Balkan Melodie

In Solothurn finden wie immer im Januar die Filmtage statt. Einen der Filme, die ich mir angeschaut habe, möchte ich Euch wärmstens ans Herz legen. Es ist wieder mal ein Meisterwerk von Stefan Schwietert. So voll von Liebe für die Musik und die Menschen und das was möglich wird, wenn sich alle drei miteinander verbinden. Unbedingt anschauen gehen!


Balkan Melodie  (Trailer)

Er läuft ab März in den hiesigen (=CH) Kinos.

Montag, 2. Januar 2012

Heidetuch

Noch am letzten Tag des alten Jahres konnte ich endlich eines der grösseren Projekte fertig stellen. Es sollte ein alltagstaugliches Sofa- und Balkontuch werden. Diesen Zweck wird es sicher erfüllen - es ist riesig geworden (236 x 88cm). Und doch hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Vor allem mit der Randlösung bin ich nicht ganz glücklich. Aber die Idee, nach dem Ribbeln gefühlte 1000 Maschen wieder aufnehmen zu müssen, hat mich vor einer Änderung abgeschreckt. Und vielleicht gewöhne ich mich ja auch daran. Als Resteverwerter ist das Tuch aber ein Erfolg, auch wenn ich hier nicht verrate, dass ich einen Grossteil der Reste in einem Jumble-Sale für ein paar Rappen dazu gekauft habe ...




Es ist wie im Leben auch - der rote Faden machts aus.

Randlösung angelehnt an Mara



330 g Sockenwolle, N Nr. 3, nach dieser Anleitung mit leichten Änderungen, Ravelry-Seite